Tätigkeitsbericht 2015

vom 31.12.2015 | Pflege alter Handwerkstechniken | Denkmalbörse

1. Die Vereinstätigkeit des Jahres 2015 war insbesondere geprägt von der erfolgreichen Initiierung der Mitmach-Seminarreihe zur Pflege alter Handwerkstechniken. Diese neue Initiative wurde und wird in Kooperation mit der Handwerkskammer Erfurt umgesetzt.

Die Mitglieder des Denkmalverbundes sowie Interessierte aus Handwerks-, Baugewerbe- und Restaurationsbetrieben erhalten die Möglichkeit zum Erlernen und Ausprobieren von Grundfertigkeiten in verschiedenen alten Handwerkstechniken, die in der Denkmalpflege bedeutsam sind.

In 2015 wurden 3 Seminare an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Handwerkstechniken durchgeführt:

Das erste Mitmach-Seminar fand am 25.4.2015 im Schloss zur Fröhlichen Wiederkunft in Wolfersdorf statt. Thema: Pflege und Vermittlung unterschiedlicher Abformtechniken von Stuckelementen
Der Referent Herr Klaus Rietschel – Stukkateur und Restaurator der Firma Rietschel-Stuck Weimar –erläuterte zu Beginn der Veranstaltung das umfangreiche Aufgabengebiet eines Stukkateurs mit zahlreichen Fotos von Referenzobjekten.
Dann ging es an die praktische Umsetzung verschiedener Abformtechniken im Schloßhof. Herr Rietschel erläuterte humorvoll und detailliert die Technik Schritt für Schritt und die Akteure versuchten sich in der Umsetzung der Abformtechniken. Schon bald wurden die Feinheiten und Tricks der Abformtechnik bemerkt. Dank der detaillierten Erläuterungen des Referenten konnten fast alle Akteure mit ihren „Abformergebnissen“ zufrieden sein.

Das zweite Mitmach- Seminar fand am 26.9.2015 im Denkmalhof via regia in Eßleben statt. Thema: Rekonstruktion von Schmuckelementen in Fachwerk-Konstruktionen
Herr Michael Stacke, ein noch junger, aber bereits erfahrener Restaurator im Zimmerhandwerk, vermittelte nach einem motivierenden Einführungsvortrag die wichtigsten Techniken zur Übertragung von Schmuckelementen in Fachwerkkonstruktionen.
Die Handwerker (Tischler, Zimmerer, Maler) konnten die einzelnen Schritte der Profilierungen von Balken, Säulen und Eckständern Schritt für Schritt selbst gestalten. Ebenso waren Schriftgestaltung und freies Arbeiten an Fachwerkholz zu üben. In den Diskussionen zwischen Referent und Teilnehmern des Seminars ging es auch stets um die Effektivität der handwerklichen Leistung am Bau.

Das dritte Mitmach- Seminar am 24.10.2015 fand in der Malerwerkstatt des Berufsbildungszentrums der HWK Erfurt statt. Thema: Alte Mal- Und Anstrichtechniken auf unterschiedlichen Untergründen
Der Referent, Herr Thomas Feige aus Neudietendorf, ist ein erfahrener Malermeister, der aus einer alten Handwerkerfamilie stammt. Er konnte schon an über 100 Schlössern und Kirchen sein Können unter Beweis stellen. Die Farben mischt Herr Feige natürlich selbst und holt auch einen Teil seiner Rohstoffe aus Spezialwerken selbst ab. Diese Aktion erfordert zwar ein großes Können, kann aber die Gesamtkosten erheblich senken.
Herr Feige zeigte den Teilnehmern des Seminars die Feinheiten des Anmischens und Auftragens der verschiedenen Farbsysteme sowie die Besonderheiten des Schablonierens auf Putz und Tapete. Die Teilnehmer konnten auch die seltene Technik der Holzimitation mit pigmentierten Bierlasuren ausprobieren. Bald stellte sich jedoch heraus, dass ein großer Erfahrungsschatz und viel Zeit notwendig sind, um Kirschholz oder Eichenholz zu imitieren.

2. Das Projekt Denkmalbörse wurde intensiv weiterverfolgt.

Es wurde eine Datenmaske für die Eingabe der Objektkriterien erarbeitet. Alle Unteren Denkmalschutzbehörden in Thüringen wurden angeschrieben, über das Vorhaben informiert und um Unterstützung gebeten. Darüber hinaus wurde die technische Umsetzung ausgeschrieben und ein passendes und preisgünstiges Angebot herausgefiltert.
Mehrere Besprechungen im TLDA zu möglichen Wegen der Kooperation bzw. Verlinkung etc. führten letztlich zu dem Ergebnis, dass sich das TLDA veranlasst sah, seine bereits seit Jahren bestehende, jedoch nicht gepflegte Denkmalbörse zu reaktivieren und aktualisieren.
Aufgrund dieser höchst erfreulichen Entwicklung beschloss der Vorstand Ende 2015, das Projekt einer eigenen Denkmalbörse des Denkmalverbundes ruhen zu lassen. Das Ziel, eine funktionierende Plattform für zum Verkauf stehende Denkmalobjekte im Freistaat zu haben, scheint durch den Impuls des Denkmalverbundes erreicht worden zu sein.

3. Zahlen und Fakten

Mitgliederversammlungen fanden am 11.6. im Schloss Wiehe und am 26.10. im Schloss Blankenhain statt.

Auf der Mitgliederversammlung in Blankenhain wurde Herr Dipl.-Ing. Heiko Pludra in den Vorstand gewählt. Er trat die Nachfolge von Herrn Prof. Dr. Wulf Bennert an, der von seinem Amt zurückgetreten war.

In 2015 fanden 3 Vorstandssitzungen statt.
Die Mitgliederzahl zum 31.12.2015: 69